Wenn Fachleute von Bürkert, Ziehl-Abegg, ebm-papst, Bechtle, Schwarz Digits und aus zahlreichen Unternehmen aus der Würth-Gruppe bei ARNOLD UMFORMTECHNIK gemeinsam über Künstliche Intelligenz diskutieren, dann sind die DigiDays in Dörzbach. Der „Freiraum“ bietet hier das richtige Ambiente. Drei Tage lang geht es um die Frage, wie der Mittelstand KI konkret in seinen Alltag bringt.
Den Auftakt bildete ein Thementag zum Schwerpunkt Marketing. Es folgen „Business Excellence“ zu Vertriebsthemen und die Produktion. Nicht die theoretischen Grundlagen stehen dabei jeweils auf der Agenda, sondern anwendbare Werkzeuge und Strategien für den Alltag. Dafür hat ARNOLD Expertinnen und Experten aus dem inzwischen starken KI-Umfeld in Heilbronn eingeladen und auf die Praxiserfahrung der Partnerunternehmen gesetzt.
Margareta Jäger von der GenHuman GmbH eröffnete mit einer neurowissenschaftlichen Perspektive: Wie verändert KI unser Denken? Und was müssen wir ändern, wenn wir KI einsetzen? Ihre Antworten stützten sich auf aktuelle Gehirnforschung: KI kann ein Turbo für das Lernen sein, aber nur, wenn der Mensch selbst weiterdenkt. Verantwortung und Zielsetzung bleiben bei uns.
Marcus Vial, KI-Experte im Bereich Corporate Design bei Schwarz Digits, zeigte, wie klein der Anteil der Menschheit bis heute noch ist, der aktiv und intensiv die Künstliche Intelligenz nutzt – abgesehen von gelegentlichen Chats mit dem Bot. Gleichzeitig sei das Tempo enorm: Ganze Kampagnen ließen sich heute innerhalb von Stunden aufbauen, wofür man früher Agenturen über Wochen eingebunden hätte.
Folien und Videos in Minuten
Wie das in der Praxis aussieht, demonstrierte Mark Siller, AI Coordinator beim IT-Dienstleister Bechtle. Mit dem KI-Werkzeug Claude Code hatte er ein Animationsvideo in 40 Minuten erstellt, ohne eine Zeile Code zu schreiben, ohne manuellen Eingriff, ohne Kamera. Auch seine Präsentationsfolien hatte er vollständig automatisiert erzeugen lassen, im Bechtle-CI. Sein Kollege Fatih Yilmaz, Head of Marketing AI & Operations, ergänzte die methodische Seite: Bechtle stellt vor jedem KI-Projekt systematisch die Grundsatzfragen. Warum KI, für wen, mit welchen Daten? „Oft kommt jemand mit einer Idee, rennt los und wird dann allein gelassen“, sagte Yilmaz. Das wolle man vermeiden.
Den übergreifenden Rahmen setzte Julian Thoma vom Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Seine Kernbotschaft: KI-Transformation gelingt nicht im Alleingang. Thoma plädierte dafür, „vom Ego-System zum Ökosystem“ zu wechseln, und sah das auch hier im Hohenlohischen bereits im Entstehen. „So viele bekannte Gesichter hier!“
Am Nachmittag vertieften Workshops die Impulse aus den Keynotes. Isabell Baumgart, Marketingchefin bei Schwarz Digits, zeigte den Teilnehmenden, wie sich mit KI Kernbotschaften für eine Marketingkampagne entwickeln lassen, die über den generischen Standard hinausgehen. Ihr Rat: Strukturiert den Kontext liefern. „Das erste Ergebnis ist eine brauchbare Grundlage, aber noch weit von der fertigen Botschaft entfernt.“ Als Nächstes sollte man der KI eine kritische Gegenrolle zuweisen, die Widerstand leistet.
Sichtbarkeit erhöhen: Von SEO zu GEO
Patrick Föller vom ARNOLD-Mutterkonzern Würth Group erläuterte, worauf es bei der sogenannten Generative Engine Optimization ankommt – also der Frage, wie man nicht nur bei Google, sondern auch bei ChatGPT oder Perplexity sichtbar wird. Und Jan Kaibel von ARNOLD demonstrierte, wie sich KI-Agenten im kleinen Maßstab nutzen lassen, etwa für die Kfz-Schadensmeldung oder das Fuhrparkmanagement. Auch hier: Ideen, die sich in fast jedem Unternehmen sofort umsetzen lassen.
Bei den mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam das gut an. „Uns drückt alle der gleiche Schuh“, fasste Arne Haag, Marketingleiter von Bürkert Ventiltechnik im benachbarten Ingelfingen, seine Eindrücke zusammen. Matthias Ulshöfer vom Ventilatorenhersteller ebm-papst könnte sich den Austausch auch für andere Themen vorstellen.
Organisiert hat die DigiDays ein Team um Johanna Flügel, Nicole Keilbach und Frank Guse. Flügel blickt bereits auf die nächsten Tage voraus: An diesem Mittwoch stand der Vertrieb unter der Überschrift „Business Excellence“ im Mittelpunkt, am Donnerstag die Produktion. „Gerade wenn Leute an den Maschinen arbeiten und KI nutzen, ist jeder Fehler gefährlich“, sagt Flügel. „Das ist die Interaktion mit der echten Welt, für die ganz andere Anforderungen gelten.“ Frank Guse ergänzt: „Wir gehen heute immer noch regelmäßig davon aus, dass der Empfänger unserer KI-generierten Kommunikation ein Mensch ist. Das wird sich ändern und darauf müssen wir reagieren!“
Für Organisatorin Nicole Keilbach ist der Ansatz der DigiDays bereits aufgegangen. Statt eines klassischen Kongresses sollte ein Ort des echten Austauschs entstehen. Das hat funktioniert. Schon nach dem ersten Tag stand fest: „Wir sehen, wie groß das Interesse an Generativer KI im Marketing ist und welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen. Entscheidend ist, die richtigen Tools auszuwählen, sie konsequent zu testen und langfristig dranzubleiben.“
Über die ARNOLD GROUP
Die ARNOLD GROUP steht seit 1898 weltweit für intelligente und zukunftsweisende Verbindungstechnik. Basierend auf langjähriger Expertise in der Produktion von hochkomplexen Fließpressteilen und innovativen Verbindungselementen hat sich ARNOLD längst als umfassender Systemanbieter und Entwicklungspartner für ganzheitliche Verbindungslösungen etabliert.
Bereits seit mehr als 30 Jahren bietet ARNOLD zusätzlich Maschinen- und Verarbeitungstechnik für die automatisierte Montage von Verbindungselementen – individuell abgestimmt auf kundenspezifische Anforderungen, effizient und prozesssicher.
Die Philosophie BlueFastening Systems unterstreicht diesen ganzheitlichen Ansatz: Die enge Verzahnung von Engineering, hochwertigen Verbindungselementen, präzisen Funktionsteilen sowie modernster Zuführ- und Verarbeitungstechnik sorgt für maximale Effizienz, Nachhaltigkeit und globale Innovationskraft – alles aus einer Hand.
Seit 1994 ist ARNOLD Teil der Würth Gruppe und treibt die Zukunft der Verbindungstechnik mit höchster Präzision und Innovationsstärke voran.
