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Hochschul-Challenge

Wie Studierende dem Verbindungsspezialisten ARNOLD neue Wege aufzeigen.

Neun Studierende, drei Monate: ARNOLD UMFORMTECHNIK holt sich Unterstützung für seine Diversifizierungsstrategie an der Hochschule Heilbronn und erschließt neue Märkte. Eine Challenge mit Nachhall.

ARNOLD UMFORMTECHNIK setzt auf Diversifizierung und arbeitet daran, seine Abhängigkeit vom Automotive-Sektor zu verringern. Mit einer neuen Einheit „New Business Development“ erschließt das Unternehmen gezielt neue Geschäftsfelder. Den Weg dorthin haben Studierende des Master-Studiengangs „Unternehmensführung“ an der Hochschule Heilbronn mitgeebnet. Die Geschichte einer nicht ganz alltäglichen „Challenge“.

Rund 90 Prozent seiner Geschäfte macht ARNOLD mit der Automotive-Industrie. „Umsätze außerhalb? Ganz schwierig!“ Das sei vor anderthalb Jahren ein Satz gewesen, den man oft gehört habe, erzählt Frank Guse, Senior Director HR, Organisation, IT & Digital Transformation bei ARNOLD UMFORMTECHNIK. Also suchte man den Kontakt zur Hochschule Heilbronn und formulierte die Herausforderung: Neun Studierende sollten in zwei Gruppen gemeinsam mit Experten von ARNOLD erarbeiten, in welchen Branchen außerhalb der Automobilindustrie sich neue Absatzmärkte für Mehrstufenumformteile erschließen lassen. Diese ermöglichen in Großserien deutliche Kostenvorteile und eignen sich überall dort, wo hohe Stückzahlen benötigt werden.

Jetzt, ein Jahr nachdem sie diesen dreimonatigen Projekteinsatz absolviert hatten, hat ARNOLD die Studierenden wieder eingeladen. „Wir wollten euch zeigen, dass euer Engagement nicht umsonst war. Es hat uns an mancher Stelle die Augen geöffnet“, sagt Frank Guse zur Begrüßung dieses Wiedersehens am ARNOLD-Standort Rauhbusch. Es gehe darum, Danke zu sagen und auch Respekt zu zollen für die geleistete Arbeit.

Mit in der Runde ist auch Guido Rebstock, Hochschulratsvorsitzender der Hochschule Heilbronn und Geschäftsführer der Innovationsregion Hohenlohe, einem Verbund Hohenloher Unternehmen. Er war 2024 mit Frank Guse auf die Idee gekommen, in dieser Situation den unverbrauchten Blick der Studierenden zu nutzen. Das Netzwerk funktionierte. Guido Rebstock ging auf den Controlling-Professor Roland Alter in Heilbronn zu, wenig später kamen die Studierenden nach Hohenlohe.

University challenge

Vom Impuls zur Struktur

Einen ersten Effekt hatte die Initiative sofort, wie Chief Operating Officer Lukas Schmieg erläutert: „Wir haben vier neue Stellen dafür geschaffen.“ Die Einheit „New Business Development“ wurde gegründet – ganz im Sinne des aktuellen ARNOLD-Mottos „All Hands on Deck“. Ein fünfköpfiges Team wurde aufgebaut, mit Schnittstellen zu allen wichtigen Unternehmensbereichen und einem monatlichen Austausch mit dem Lenkungskreis der Geschäftsführung. Damit wurde zunächst eine effiziente Zusammenarbeit im Haus und mit den studentischen Beratern sichergestellt. Zudem wurde die Arbeit an neuen Geschäftsfeldern langfristig verstetigt. 
Ugur Avci, Markus Jungwirth und Franzisca Fallmann – selbst Master-Absolventin der Hochschule Heilbronn und momentan in Elternzeit – sind an diesem Abend gekommen, um den Studierenden zu zeigen, was aus den Ansätzen geworden ist. 

Strategische Erweiterung in neue Branchen

Das Team identifizierte unterschiedlichste Absatzmärkte: die Möbelindustrie etwa, den Schienenverkehr, die Luft- und Raumfahrt, Sicherheit und Verteidigung sowie den Off-Highway-Sektor, also schwere, auch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge und Baumaschinen. Dies sind Bereiche, in denen die Vorteile der ARNOLD-Technologie in der Großserie gefragt sind.
Mit dem Ansatz der Diversifikation steht ARNOLD nicht allein. Einige Unternehmen suchen derzeit den Zugang zur Verteidigungsindustrie und zur Luft- und Raumfahrt. Für einen Einstieg ist vor allem eine innovative Fertigungstechnologie entscheidend, die dem Kunden spürbaren Mehrwert bietet, wie Markus Jungwirth betont. Auf dieser Basis gelang es dem New-Business-Development-Team innerhalb weniger Monate, Türen zu namhaften Unternehmen dieser Branchen zu öffnen und erste vielversprechende Partnerschaften anzubahnen. Dabei begleitet Christian Grefrath die Kunden als direkter Ansprechpartner im Außendienst.
Die Studierenden hatten auch konkrete Vorschläge zu Marketing und Vertrieb entwickelt. Ein Video wird derzeit produziert, Anpassungen auf der Homepage sind in Arbeit. „Eure Überlegungen zu Marketing und Sales waren sehr hilfreich“, bestätigt Ugur Avci.
Für die fünf Studierenden, die an diesem Abend nach Forchtenberg gekommen sind, ist es schön, die eigene Arbeit in den aktuellen Ergebnissen wiederzuerkennen. Katharina Schraag erinnert sich: „Wir hatten ja keine technische Erfahrung, da waren wir anfangs wirklich erschlagen. Aber dann haben wir sehr viel mitgenommen.“ 
Der Blick von außen war bei diesem Prozess besonders wertvoll, findet Franzisca Fallmann. Frank Guse ergänzt: „Dieser frische Wind, diese kreativen Köpfe, das war toll. Und da ernten wir jetzt die Früchte.“ Für beide Seiten war die Challenge damit ein Erfolg. ARNOLD plant, die Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn fortzusetzen.

Über die Hochschule Heilbronn 

Die Hochschule Heilbronn (HHN) ist eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Daneben gibt es weitere Studienmodelle. Die HHN pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. 

Über die ARNOLD GROUP

Die ARNOLD GROUP, international bekannt für innovative Verbindungstechnik, hat sich aufgrund ihres umfangreichen Know-hows in der Produktion von intelligenten Verbindungselementen zu einem führenden Anbieter und Entwicklungspartner von komplexen Verbindungssystemen entwickelt. Unter dem Dach der „BlueFastening Systems“ positioniert sich das Unternehmen als umfassender Anbieter für Engineering, Verbindungselemente, Funktionsteile sowie Zuführsysteme und Verarbeitungstechnik. Diese ganzheitliche Kombination aus Erfahrung und Know-how bietet effiziente, nachhaltige Lösungen auf internationaler Ebene. Seit 1994 gehört ARNOLD zur Würth Gruppe.