Ernsbach, Germany,
22
April
2022
|
17:59
Europe/Amsterdam

Fernab von etablierten Denkmustern - Verbindungselemente für Elektromobilität

Zusammenfassung

Als direkter und indirekter Zulieferer von Komponenten für die Elektromobilität setzt ARNOLD UMFORMTECHNIK auf nachhaltige Produktionsansätze mit Blick auf möglichst umfassende CO2-Reduktionen. Ralf Lagerbauer, Geschäftsführer für Vertrieb und
Marketing schildert, wie das in der täglichen Praxis umgesetzt wird.

Herr Lagerbauer, was bedeutet es für ARNOLD, Komponenten für den Bereich Elektromobilität zu fertigen?

 

„Grundsätzlich stellen wir Verbindungselemente für verschiedenste Einsatzbereiche her – sowohl für die Automobilindustrie insgesamt als auch für andere Branchen. Das Themenfeld  E-Mobility gilt jedoch quasi das Symbol für den Wandel in der Mobilitätsindustrie. Vor diesem Hintergrund ist es sehr motivierend, dass wir mit unseren innovativen Verbindungslösungen und -systemen diesen Transformationsprozess begleiten dürfen.“

Was ist anders in diesem Themenbereich?

 

„Durch die Fokussierung auf E-Mobilität ist die Diskussion mit dem Kunden in diesem Bereich viel intensiver. Es gilt, für eine klare Problemstellung eine geeignete Lösung zu finden, auch unabhängig von etablierten Denkmustern. Bei ARNOLD UMFORMTECHNIK haben wir fünf strategische Stoßrichtungen für alle Funktionsbereiche: E-Mobilität, Leichtbau, Digitalisierung, Internationalisierung und Nachhaltigkeit. Und genau auf diese Themen setzen auch die Player im Bereich Elektromobilität häufig. Das bedeutet, dass wir einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Realisierung des Gesamtsystems leisten können und oft nicht nur mit Blick auf den Antrieb agieren. Uns ist es wichtig, die Lösungen gemeinsam voranzutreiben. Das ist spannend und schafft für beide Unternehmen durchaus eine Lernkurve.“

Was kennzeichnet die Kunden im Bereich E-Mobilität?

 

„Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind, müssen sich komplett neu orientieren und neue Herausforderungen bewältigen. In der Verbindungstechnik ist beispielsweise Dichtigkeit sehr wichtig. Es darf keinesfalls ein Leck im Battery Pack sein; zudem müssen Wartungszugänge konzipiert werden. Wichtig ist auch das Denken in Strom, also das Thema Leitfähigkeit in der Verbindungstechnik. So werden Verbindungslösungen mitunter zusätzlich zur Stromübertragung genutzt, um zwei Anforderungen gleichzeitig abzudecken. Es werden also andere Materialien, Verarbeitungsverfahren und Oberflächen als bisher genutzt.  
Für die Player, die in diesem Bereich agieren, ist ein Austausch wichtig,  denn alle wollen wissen, wohin die Reise beim Antriebsstrang mit Blick auf Verbindungslösungen geht. Das gilt für Startups genauso wie für etablierte OEMs Und so wird sehr häufig eine Entwicklungspartnerschaft angestrebt.  Fest steht jedenfalls: Die zunehmende Fokussierung auf Elektromobilität wird sehr viel auf dem Markt bewegen.“

„Der Einstieg neuer E-Mobility OEMs in den Automobilmarkt hat die Automobiler nicht nur aus ihrer Ruhe herausgeholt sondern auch sehr viel auf dem Markt bewegt und beschleunigt.“

Ralf Lagerbauer, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei ARNOLD UMFORMTECHNIK

Wie kann ein Hersteller von Verbindungslösungen für Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion sorgen?

 

„Über eine komplette Wertschöpfungskette hinweg betrachtet entsteht für jedes Produkt ein individueller Footprint. Und so kann jede kleine Schraube und jedes Kaltumformteil ein Klimaschützer sein, auch wenn das auf den ersten Blick unwahrscheinlich zu sein scheint. 
Mit der Initiative ACO2-Save bietet ARNOLD UMFORMTECHNIK für die Kunden vielfältige Möglichkeiten für CO2-Einsparungen. So startet die Konstruktion mit einer FEM-Simulation, die mit einem CO2-Kalkulator verknüpft werden kann. Dieser berechnet im Vorfeld den Footprint, der durch die Herstellung des Bauteils entstehen wird. Unterschiedliche Lösungen können dann miteinander verglichen werden.“

Und wie sieht das mit Blick auf die CO2-Reduktionen konkret aus?

 

„Ansätze können ein Wechsel der Produktionstechnologie oder eine Direktverschraubung anstatt Schrauben mit Muttern sein. Für eine  spanabhebend hergestellte Sonderschraube wurde bisher beispielsweise ein Drehteilrohling verwendet, der ein Ausgangsvolumen von 25.630 mm³ und ein Gewicht von 69,2 g pro Stück hatte. Durch eine ACO2-Save-Analyse wurde das Teil auf ein Umformteil umgestellt. Der Umformrohling hat gerade noch ein Volumen von 9.135 mm³ und 24.82 g pro Stück.“

Nachhaltigkeit ist für ARNOLD schon lange ein Thema. Warum?

 

„Mit nunmehr 123 Jahren Unternehmensgeschichte ist ARNOLD UMFORMTECHNIK durchaus ein Traditionsunternehmen. Das bedeutet auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Seit 2016 agiert ARNOLD daher unter dem Unternehmens-Claim „Blue Fastening System“ und demonstriert auch dadurch die Bedeutung von Nachhaltigkeit für alle Unternehmensaktivitäten. Produktionsprozesse können nicht losgelöst vom Klimaschutz betrachtet werden. Uns ist mit Blick auf Nachhaltigkeit deshalb ein Denken in neuen Lösungsansätzen sehr wichtig. Schließlich zählt die Stahlbranche zu den großen CO2-Emittenten. Da ist von Beginn an ein CO2-optimiertes Engineering nötig. Es ist also gut, wenn wir frühzeitig gemeinsam mit dem Kunden in einem Boot sitzen und in die gleiche Richtung steuern.“

Welche Rolle spielt die E-Mobilität in diesem Kontext für ARNOLD?

 

„Seit 2006 beschäftigen wir uns konsequent mit dieser Thematik und haben komplexe Kompetenzen aufgebaut. Heute sind wir einfach stolz, dass wir in diesem Zukunftssegment agieren und sehr viele Kunden auf unser Knowhow vertrauen.“

ARNOLD GROUP

Die ARNOLD GROUP – BlueFastening Systems

ARNOLD steht international für innovative Verbindungstechnik auf höchstem Niveau. Auf der Basis des langjährigen Know-hows in der Produktion von intelligenten Verbindungselementen und hochkomplexen Fließpressteilen hat sich die ARNOLD GROUP seit mehreren Jahren bereits zu einem umfassenden Anbieter und Entwicklungspartner von komplexen Verbindungssystemen entwickelt. Mit der Positionierung „BlueFastening Systems“ wird diese Entwicklung nun unter einem einheitlichen Dach kontinuierlich weitergeführt. Engineering, Verbindungselemente und Funktionsteile sowie Zuführsysteme und Verarbeitungstechnik aus einer Hand bilden eine einmalige Kombination aus Erfahrung und Know-how – effizient, nachhaltig und international. ARNOLD gehört seit 1994 zur Würth Gruppe.

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